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Atmung im Yoga: Wenn der Atem durch Cupping im Körper wieder Raum findet Atmung im Yoga: Wenn der Atem durch Cupping im Körper wieder Raum findet

Atmung im Yoga: Wenn der Atem durch Cupping im Körper wieder Raum findet

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Ines Wahl
Physiotherapeutin und Yogatherapeutin
author https://www.haende-werk.at

Ines Wahl arbeitet mit einem ganzheitlichen Ansatz in der Yogatherapie und verbindet Yin Yoga sowie Restorative Yoga mit therapeutischen Methoden. Die Aktivierung von Selbstheilungskräften und die bewusste Körperwahrnehmung stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Sie begleitet Menschen dabei, über Ruhe, Achtsamkeit und gezielte Impulse wieder in Kontakt mit ihrem Körper zu kommen.

Der Atem zeigt sich im Körper. Er bewegt den Brustkorb, hebt und senkt die Rippen und reagiert unmittelbar auf Spannung, Haltung und innere Zustände. Wird er eingeschränkt, verliert er an Raum und Tiefe. Wird er wieder spürbar, entsteht Präsenz. Der Körper kommt zur Ruhe und die Aufmerksamkeit richtet sich nach innen. Atmung ist damit sowohl eine physiologische Funktion als auch ein direkter Zugang zum eigenen Erleben.

Eingeschränkter Atemraum und seine Folgen

In der Praxis zeigt sich häufig, dass genau dieser Zugang eingeschränkt ist. Viele atmen flach, unregelmäßig oder überwiegend in den oberen Brustraum. Die Bewegung im Brustkorb bleibt gering, die Rippen arbeiten nur eingeschränkt, und die Atmung erreicht nicht die Bereiche, die für eine freie und tiefe Atmung notwendig wären. Ein wesentlicher Grund dafür liegt im Alltag. Dauerhafte Anspannung, hohe Anforderungen und überwiegend sitzende Tätigkeiten führen zu veränderten Haltungs- und Bewegungsmustern. Schultern fallen nach vorne, der Brustkorb verliert an Beweglichkeit und der Atemraum wird zunehmend eingeengt. Hinzu kommt, dass die Wahrnehmung für die eigene Atmung oft nur gering ausgeprägt ist. Es wird geatmet, ohne es wirklich zu spüren. Die Atmung wird eher unbewusst gesteuert als wahrgenommen. Versucht man, sie bewusst zu vertiefen, entsteht häufig zusätzliche Spannung statt Leichtigkeit. Der Zugang über die Atmung wird damit zu einer Aufgabe, die aktiv umgesetzt werden soll, anstatt sich aus dem Körper heraus zu entwickeln. Gleichzeitig fehlen häufig die strukturellen Voraussetzungen für eine freie Atmung. Verspannungen im Brustkorb, im Rücken oder in der Schulter-Nacken-Region schränken die Beweglichkeit der Atemmuskulatur ein. Die Atmung kann sich nicht mehr vollständig ausdehnen, bestimmte Bereiche bleiben ungenutzt. Dadurch entsteht ein Kreislauf: Weniger Bewegung im Gewebe führt zu weniger Atemraum, und eine eingeschränkte Atmung verstärkt wiederum die fehlende Wahrnehmung.

Seitlich platziert fokussieren die Cups auf die horizontale Weite und das Diaphragma

Mehr Raum im Brustkorb durch Cupping

Cupping wirkt direkt in den Bereichen, die an der Atmung beteiligt sind. Durch den gezielten Reiz auf Haut, Faszien und Muskulatur wird die Durchblutung angeregt und das Gewebe mobilisiert. Spannungen im Brustraum, im Rücken oder in der Schulter-Nacken-Region können sich lösen, die Beweglichkeit der Rippen verbessert sich und der Brustkorb gewinnt an Weite. So wird die Atmung freier und kann sich wieder gleichmäßiger im Körper ausbreiten. Diese körperliche Veränderung wirkt sich unmittelbar aus. Bereiche, die zuvor wenig beteiligt waren, werden wieder einbezogen, die Atmung wird tiefer und ruhiger. Durch den gesetzten Reiz entsteht zudem eine direkte Rückmeldung für die Wahrnehmung. Es wird unmittelbar spürbar, wohin sich die Atmung ausbreitet und welche Bereiche sich bewegen. Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf den Körper und folgt der Atmung, ohne aktiv gesteuert werden zu müssen. Sie wird tatsächlich erlebt. Cupping kann auf natürliche Weise in die Yogapraxis einfließen, um die Atmung zu erleichtern und auch bewusster erfahrbar zu machen. Es wirkt dabei weniger über feste Abläufe als über ein unmittelbares Erleben der Atembewegung. Die Wirkung entsteht aus dem Zusammenspiel von Gewebe, Bewegung und Atmung.

Brustraum öffnen: Anwendung für eine freiere Atmung

In der Praxis wird Cupping gezielt im Bereich des Brustkorbs eingesetzt, um die Atmung unmittelbar zu beeinflussen. Besonders wirkungsvoll ist die Anwendung entlang der Rippen sowie im Bereich des Zwerchfells, des Brustbeins und der seitlichen Atemmuskulatur. Hier wird die Atmung oft durch Spannungen und eingeschränkte Beweglichkeit begrenzt. Die Cups werden beidseitig entlang des unteren Rippenbogens oder im Bereich des Brustkorbs platziert oder bewegt angewendet. Bereits durch den leichten Zug im Gewebe entsteht eine erste Veränderung. Der Brustraum wird spürbarer, Bewegungen beim Ein- und Ausatmen werden deutlicher wahrgenommen. Gleichzeitig kann sich das Gewebe lockern, sodass sich die Atmung freier ausbreiten kann. Die Anwendung kann sowohl vorbereitend als auch während einer Übung erfolgen. Vor der Praxis unterstützt Cupping dabei, Spannungen zu lösen und den Atemraum zu öffnen. Während der Übung lenkt der gesetzte Reiz die Wahrnehmung gezielt auf die Bereiche, in die geatmet werden soll.

Dadurch entsteht die Atmung aus dem Spüren heraus. Es zeigt sich, wohin sie fließt und welche Bereiche sich bisher kaum beteiligt haben. Dabei folgt die Platzierung der Cups weniger festen Regeln als vielmehr dem eigenen Empfinden[1]. Entscheidend ist, wo im Körper Enge wahrgenommen wird oder wo sich die Atmung eingeschränkt anfühlt. Genau dort kann der Reiz gesetzt werden, um neue Bewegungsräume zu eröffnen. So entsteht ein Zugang zur Atmung, der über Wahrnehmung funktioniert.


[1] Anwendung ausschließlich auf intakter Haut; sensible oder entzündete Bereiche aussparen; bei Unklarheit vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen. Weitere Hinweise zur sicheren Anwendung: https://www.bellabambi.de/pages/yoga

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Atmung im Yoga: Wenn der Atem durch Cupping im Körper wieder Raum findet

Der Atem zeigt sich im Körper und reagiert unmittelbar auf Haltung, Spannung und innere Zustände. Wird der Brustkorb enger, verliert auch die Atmung an Raum und Tiefe – viele Menschen atmen flach, unregelmäßig oder nur im oberen Brustraum. Dauerhafte Anspannung, sitzende Tätigkeiten und Verspannungen im Rücken, Brustkorb oder Schulter-Nacken-Bereich schränken die Beweglichkeit der Rippen ein und erschweren eine freie Atmung.Cupping kann hier gezielt unterstützen: Durch den Reiz auf Haut, Faszien und Muskulatur wird das Gewebe mobilisiert, Spannungen können sich lösen und der Brustkorb gewinnt an Beweglichkeit. Die Atmung wird freier, tiefer und bewusster spürbar. Besonders entlang der Rippen, im Bereich des Zwerchfells und des Brustbeins eingesetzt, hilft Cupping dabei, den Atemraum zu öffnen und die Wahrnehmung für die eigene Atmung zu stärken. So entsteht ein natürlicher Zugang zur Atmung – nicht durch bewusstes Steuern, sondern durch unmittelbares Spüren.
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